Windows Streaming |
| Allgemeines zur Streaming Technologie |
| Das Streaming ist eine spezifische Technologie, die dem Benutzer das Ansehen bzw. Anhören einer Multimediadatei ermöglicht. Damit wird es – nahezu in Echtzeit - möglich, Audio- und Video-Dateien bereits während des Transfers auf das Endgerät anzuschauen, bzw. anzuhören, z.B. während des Herunterladens vom Internet. Diese Daten sind zuvor komprimiert worden. Beim Streaming werden die gesamten Daten aber nicht auf einmal heruntergeladen, sondern schubweise. Das diesbezügliche Verfahren heißt Store-and-Forward. Daher kommen die Daten beim Anwender nicht als fortlaufende Datei an, sondern in Puffern. Der zur Pufferung notwendige Speichervorgang verursacht zu Beginn der Übertragung Zeitverzögerungen. |
| Streaming Arten |
| Beim Streaming unterscheidet man zwischen dem Live-Streaming, bei dem der Benutzer die Streaming-Inhalte zeitgleich mit der Erstellung erhält, so bei Live-Konzerten oder Pressekonferenzen. Eine weitere Art des Streamings ist das sog. intelligente Streaming, bei dem der Streaming-Datenstrom an die Bandbreite des Endbenutzer-Zugangs angepasst wird. Mittels Video-Streaming erfolgt die Übertragung von Videosequenzen. |
| Vorteil des Streamings |
| Der große Vorteil des Streamings liegt darin, dass der Nutzer nicht auf das Herunterladen der gesamten Datei warten muss, bis er diese hören bzw. betrachten kann. Durch das Streaming wird es möglich, die betreffende Datei anzuspielen; gleichzeitig erfolgt im Hintergrund das Weiterladen ihrer Informationen. |
| Einsatzmöglichkeiten des Streamings |
| Bei Streaming sind sowohl Live-Übertragungen als auch spätere Downloads der Daten möglich. Anwendungsbereiche erstrecken sich vom Entertainment, wie z.B. die Live-Übertragung von Konzerten, Veranstaltungen, Talks, Musik usw. mittels Internet-Radio, über Online-Werbung bis hin zu Internet-Fernsehen (IP-TV) und Videokonferenzen. Besonders häufig kommt das Streaming bei Live-Radio- und Live-Videosendungen zum Einsatz. |
| Technische Voraussetzungen |
| Die Installation eines sog. Streaming Media Players ist die technische Voraussetzung für das Öffnen der Dateien. Media Player wurden u.a. von Windows Media, Quicktime und RealNetworks entwickelt. Bei einem Media Player handelt es sich um ein Abspielprogramm, welches die Dekomprimierung der Audio- und Videodateien leistet. Für das Audio- und Video-Streaming gibt es unterschiedliche Dateiformate. Die bekanntesten sind MP3, RealAudio, DivX, Quicktime und WMA. Zumeist ist die Player-Software integriertes Element des Browsers. Vom Browser wird ein asx-File an den User übermittelt. Diese Datei startet den Media-Player auf dem Rechner des Nutzers. Sie teilt ihm mit, auf welchem Server die Videosequenz liegt. Anschließend beginnt der Player über das UDP-Protokoll den Video-Streamer abzurufen. Geschwindigkeit sowie Qualität der Daten hängen in hohem Maße von der verfügbaren Bandbreite ab. Um eine kontinuierliche Darstellung zu sichern, sollte der Internet-Zugang mindestens eine Geschwindigkeit von 300 kbit/s haben. |
| Streaming mit Microsoft |
| 1. Microsoft Internet Explorer Damit hat Microsoft das Net-Show-Modul mit Streaming-Funktionalitäten eingeführt. Es wurde bald nach seiner Markeinführung in Windows Media-Technologie umbenannt. Diese Technologie besteht wie bei Real Media aus einem Client, einem Entwicklungstool und einem Server. Auf der Client-Seite steht der Windows Media Player im Mittelpunkt, serverseitig gelangen die Windows Media-Dienste zum Einsatz. Diese Dienste sind Bestandteil der Windows Server-Betriebssysteme. Sie stellen Unternehmen eine Plattform für digitale Medien bereit, welche Mitarbeitern, Partnern und Kunden eine hohe Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit und Qualität bietet. 2. ASF Das ASF (Advanced Streaming Format) steht im Mittelpunkt der von Microsoft entwickelten Streaming-Technologie. Es kann wichtige Multimediaformate mit den zugehörigen Kodiermechanismen wie beispielsweise MPEG identifizieren und zusammenfassen. ASF ersetzt kein Dateiformat, sondern fasst Dateien unterschiedlicher Formate zu einem Paket zusammen. Es ist daher richtig, ASF als universellen Container für synchronisierte Dateiformate zu verstehen. ASF wird vorrangig als Dateiformat zur Speicherung und Übertragung von synchronisierten Multimedia-Inhalten eingesetzt. Mit ASF können Multimediadaten, Audio und Video aus unterschiedlichen Quellinformationen gemeinsam komprimiert und synchronisiert werden. Dabei wird die Wiedergabequalität von der Kompression und dem wählbaren Kompressionsfaktor bestimmt. Strukturierung von ASF Ein ASF-File besteht aus drei Objekten – Header Object, Data Object und Index Objekt - die ihrerseits weitere Objekte enthalten können. Header Object und Data Object sind in jeder ASF-Datei enthalten, das Index Object ist eine optionale Komponente. Das Header Object beschreibt einen ASF Multimedia Stream als Gesamtheit. Es beinhaltet globale Informationen über den Inhalt, der in der Datei gespeichert ist. Diese Komponente lässt sich getrennt von dem eigentlichen Datenstrom übertragen. Das Data Object enthält die multimedialen Daten als Einheiten, die nach einem bestimmten Raster sortiert sind. Die einzelnen Multimediaelemente lassen sich auch getrennt übertragen. Das Index Object enthält Indexeinträge aller Datenkomponenten des Data Objects. Dieser Typ hat kaum etwas mit dem eigentlichen Datenstrom zu tun. Es lässt sich beispielsweise zur Suche nach bestimmten Informationen nutzen. Die Abspielung der Dateien ist über den Internet-Explorer und den Netscape Navigator möglich. Das Windows Media SDK Das Software Developer Kit (SKD) bildet die Grundlage für die Entwicklung von Windows-Media-Inhalten. Mit ihm wird es möglich, aus einzelnen Multimediakomponenten ASF-Dateien zu erzeugen, sowohl Live-Streams als auch On-demand-Inhalte. Das wichtigste Werkzeug hierzu ist der Windows Media Encoder. Dieses Gerät führt die Quelldateien zusammen und erzeugt die ASF-Datei. Dabei stellt ein Assistent eine Auswahl von Vorlagen zur Verfügung, die unterschiedliche Übertragungsraten, Komponentenanzahl bzw. -typen berücksichtigen, und fordert die Angabe der Quelldateien. Weiteres übernimmt der Encoder. |
